Nach langer Abstinenz ohne neue Einträge habe ich mich entschlossen, einen Neuen Blogeintrag zu verfassen. Getrieben von bösen Geistern bösen Geistern, die mir seit meinem letzten Artikel keine ruhige Minute mehr lassen, und von Jeremiah Haas, der mich mit weinerlichen Augen anfleht, einen Blog über den zweitschönsten Samstag – Nachmittag seines Lebens zu schreiben.
Die Geschichte beginnt also damit, dass sich unser treuer Fußballfan eine völlig überteuerte Eintrittskarte für ein Spiel zweier Traditionsvereine im altehrwürdigen Stadion zu Hoffenheim gegönnt hat. Selbst hohe Summen (Insider – Informationen sprechen von 5 – stelligen Cent – Beträgen) konnten ihn nicht erweichen diese Karte zu verkaufen. So stieg er am gestrigen Samstag gegen 12:00 Uhr MEZ in das Traditionsauto und machte sich, beladen mit 3 Freunden und einer Kiste Traditionsbier Wasseralfinger Fabrikats auf den Weg in die Fußballetropole Sinsheim.
Der aufmerksame Leser und Fanatiker des runden Freundes dürfte bereits bemerkt haben, dass dieser Nachmittag ganz in Sinne der Tradition stand: 2 Traditionsvereine, Traditionsauto, Traditionsbier.
Angekommen in Sinsheim wurde der erste Soundcheck vorgenommen:
Klare 1:0 Führung für die Borussia aus Dormund. Dies könnte sowohl daran liegen, dass das Spiel ihrer Mannschaft das einzige Highlight der Woche im Leben eines Ruhrpott – Mannes ist. Pausen, sei es die Winterpause, Sommerpause oder eine Pause aufgrund eines Nationalmannschaftsspiels, bringen den Sohn des Potts zur Weißglut und treiben ihn an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.
Dem gegenüber stehen die verwöhnten Hoffenheimer Fans, die für ihren Besuch noch eine kleine Entschädigung im 2 – stelligen Euro – Bereich kassieren. Zu diesem Zeitpunkt schien es so, als wären mehr Dormunder im Stadion als Hoffenheim Einwohner besitzt.
Die angereisten Schwarz – Gelben nutzten ihre Übermacht an Schreihälsen prompt aus, um jeden Hoffenheimer Spieler während der Verkündung der Aufstellung in “Arschloch” umzutaufen. Dies geschieht normal nur bei Heimspielen in der Westfalenarena und nicht bei “Auswärtsspielen” wie hier beim Fußball – Dino. Die maximalpigmentierte Fraktion der Heimmannschaft verstand zwar nicht den Hintergrund dieser Maßnahme, freute sich jedoch darüber, dass sie jetzt aufgrund ihres Nachnamens eine große Familie sind.
Doch nun zum eigentlichen Geschehen: dem Spiel.
Bereits in der 2. Minute konnten die Dortmunder die Euphorie ihrer Fans in fußballerisches Können umwandeln und erzielten das 1:0 durch Kuba. Die Hoffenheim – “Ultras” waren noch ruhiger als vor dem Spiel, während der schwarz – gelbe Mob den Lärmpegel weiter anhob. Das Stimmungsbarometer zeigt: 2:0!
Jeremiah Haas, leidenschaftlicher Fan des englischen Zweitligisten Newcastle United und Hobby – Hooligan, heizte die Stimmung danach mit Gesängen, die den Beruf der Mutter Dietmar Hopps so detailgenau beschrieben, als hätte er bereits am eigenen Leib ihre Leistungen in Anspruch genommen, weiter an.
Jetzt endlich versuchten die Hoffenheimer Fans sich gegen die lautstarke Übermacht zu wehren und schwenkten nach Aufforderung ihres Stadionsprechers ihre Aktien und sonstigen Wertpapiere der SAP AG. Die “Ultras” setzten nach mit dem Gesang “Steht auf wenn ihr Aktien habt” (Die “Fans” der Heimmannschaft sprangen sofort auf).
